Am Morgen begrüßte uns der Tag mit einem wolkenfreien, tiefblauen Himmel. Für heute wurden sehr hohe Temperaturen vorhergesagt. Regina nutzte auch die Duschmöglichkeit; alles war tip top sauber. Der Wohnmobil-Parkplatz wird von den Besitzern der Wank-Seilbahn betrieben, welche gleich neben dem Parkplatz ihre Talstation hat. Die Seilbahn bringt einen auf 1780 m Höhe. Von dort oben hat man eine tolle Rundumsicht, auch auf die gegenüberliegende Zugspitze.

Zunächst stand nach dem Frühstück wieder der Hundespaziergang an. Dabei passierten wir eine mit einem Gedenkschild versehene Sitzbank. Mir sagte der Name Alfred Delp nichts. Aber der Spruch „Freiheit ist der Atem des Lebens“ und das Todesjahr 1945 lies bei mir schon eine Vermutung aufkommen.

In Google fand ich zunächst sehr viele über Deutschland verteilte Schulen, welche den Namen Alfred Delp tragen. Dieser war ein Jesuiten Pater, welcher aufgrund seiner Gesinnung von den Nazis Anfang 1945 ermordet wurde.
Heute wollten wir zum Eibsee fahren und dort einen Spaziergang um den See machen, und dabei gleichzeitig den Gipfel der Zugspitze anschauen. Der Eibsee liegt nur wenige Kilometer von Garmisch-Partenkirchen entfernt. Als wir dort ankamen stauten sich die Autos vor dem Parkplatzeingang weit zurück. Die Einfahrt zum Parkplatz hatte aber eine Höhenbegrenzung, sodaß nur Pkw einfahren konnten. Keine Ahnung ob alle Besucher dort mit der Seilbahn auf die Zugspitze hochfahren wollen, oder ob auch einige wegen des Sees kamen. Auf jeden Fall für einen Tag mitten in der Woche in der Noch-Nicht-Ferienzeit ein erstaunlich großes Besucheraufkommen. Also fuhren wir ein paar Kilometer zurück, machten ein Foto von der Zugspitze, die wir von Garmisch-Partenkirchen aus nicht sehen konnten.

Das ist die Zugspitze.

Anschließend sind wir 60 km nach Schwangau gefahren, um das dortige Schloß Neuschwanstein von außen anzuschauen. Der Ort liegt dort wo auf der Karte der dicke rote Punkt zu sehen ist.

Vom Parkplatz aus sieht man bereits das Schloß.

Die Temperaturen waren bereits recht hoch. Zum Glück ging der Aufstieg zum Schloß durch einen Schatten spendenden Wald.

Für nicht so fitte Personen bot sich eine Kutschfahrt hoch zum Schloß an, Bei der prallen Hitze bestimmt nicht so toll für die Pferde. Auf halber Strecke haben jeweils Regina bzw. Ich zusammen mit Alma auf einer schattigen Parkbank gewartet bis der Andere vom Schloß zurück kam.

Ich war total enttäuscht als ich oben war. Die hohen Mauern wirken recht erdrückend wenn man davor steht. Das war nicht das was ich vor Augen habe, wenn ich den Namen Neuschwanstein höre.

Die Seitenansicht. Der Besucherstrom war recht groß. Wer einfach so hoch geht und dann das Schloß von innen sehen will, hat schlechte Karten. Die Eintrittskarten gibt es nicht oben am Schloß sondern nur unten im Tal.

Das Eingangstor zum Schloß.

Man hatte das Gefühl halb China hätte sich vor dem Schloß versammelt.

Die Schloß-Rückseite.

Erst beim Schreiben dieses Tagesberichtes ist mir klar geworden worauf meine Unzufriedenheit beruhte. Wenn man den hier eingefügten Link der offiziellen Schloß-Web-Seite öffnet sieht man etwas ganz anderes. Neben dem Textblock „UNESCO-Welterbe-Königsschlösser“ sieht man ein Bild auf welchem die vielen kleinen Türmchen zu sehen sind, die so typisch für das Schloß sind. Steht man unmittelbar vor dem Schloß, dann sieht man diese Türmchen gar nicht.

Könnte man sich rüber begeben zu den auf dem Bild zu sehenden Felsen, dann bekäme man genau das Bild, welches ich vermisste. Daraufhin habe ich mir gerade eben mal die dortige Wanderkarte angeschaut.

Das Schloß befindet sich an der auf der linken Seite durch einen roten Punkt gekennzeichneten Position. Würde man dorthin wandern wo auf der rechten Seite steht „Blick auf Schloß Neuschwanstein“, dann hätte man genau den Anblick welchen ich vermisst habe. Der heutige Tag wäre aber zu heiß gewesen für solch eine Wanderung.
Während ich vorm Schloß stand fiel mir auf, dass ich kaum deutsche Stimmen hörte. Zurück an der Parkbank, auf Regina wartend, kamen eine Reihe Leute zur Bank bzw. dem danebenstehenden Mülleimer. Neugierig wie ich bin, habe ich die Leute gefragt woher sie kommen würden. Die erste Familie kam aus Georgia in den USA. Ich musste mir verkneifen zu sagen, sie würden jetzt das Schloss von König Ludwig dem II anschauen, aber sie hätten ja jetzt auch einen König. Stattdessen habe ich den Kindern gezeigt wie man auf Alma zugeht bevor man sie streichelt. Dann sprach ich mit Personen aus Hongkong, gefolgt von Türkei, Japan, Taiwan und Indien. Zwei Frauen aus Rio-de-Janeiro waren auf zweiwöchigem Europa-Trip. Und ein Studentenpärchen kam aus Kirgisistan und hat mir erzählt was sie studieren. Also recht kurzweilig das Warten.
Nachdem wir zurück am Womo waren stand uns der Sinn nur nach Kühlung. Wir beschlossen daher heute noch unseren nächsten Zielort am Bodensee anzusteuern. 145 km lang konnten wir die Kühlung der Klimaanlage genießen.

Der Stellplatz in Meersburg war fast voll, aber einen Platz gab es doch noch für uns. Glück gehabt.
