Neben der gestern von Regina besuchten Partnachklamm gibt es hier in unmittelbarer Nähe die Höllentalklamm. Die wollte ich heute besuchen. Dazu sind wir von unserem Stellplatz an der Olympia-Schanze 9 km zum Hammersbach-Wanderparkplatz P2 gefahren. Der Parkplatz P2 ist der Parkplatz mit der kürzesten Entfernung zur Höllentalklamm. Auf der nachfolgend gezeigten Karte ist oben rechts ein Wohnmobilstellplatz in Garmisch-Partenkirchen zu sehen zu dem wir nach der Klammbesichtigung zurück gefahren sind.


Dies ist der Hammersbach-Wanderparkplatz P2. Wohnmobile werden nur bis 22:00 Uhr dort geduldet. D.h. wir mussten uns schon mal überlegen wo wir die nächste Nacht verbringen könnten.

Um zum Eingang der Klamm zu kommen, musste ich in dem Wald hochwandern, der rechts von mir im Hintergrund zu sehen ist. Heute ist Regina mit Alma im Womo zurückgeblieben.

Auf dieser Übersichtskarte ist mein Aufstieg zur Höllentaleingangshütte durch das Kürzel H1 gekennzeichnet.

Rechts oben auf diesem Bild liegt die Eingangshütte.

Beständig führte der Weg neben dem Fluss nach oben.

Dort oben, wo in der Senke der Baumbestand endet, muss ich hin.

Man merkt wie man mit dem Höhersteigen den Bergmassiven näher kommt.

Bald ist es geschafft, und ich habe die Klamm-Eingangshütte erreicht.

Dies ist die Höllental-Eingangshütte, an welcher der Eintritt zu bezahlen ist. 7 € hatte ich zu bezahlen, was ich als einen fairen Preis empfinde. Man braucht für den Aufstieg ungefähr 1 1/4 Stunden. Der Parkplatz liegt auf 480 m Höhe und die Klamm-Eingangshütte auf 1240 m.


Ich habe etlicher Bilder aussortiert, weil die Größenverhältnisse darauf nicht klar erkennbar sind. Hier kann man sich aber orientieren an dem unten zu sehenden Weg mit einigen Besuchern darauf.


Die hinten zu sehende Brücke ist mit Stützstreben am Fels befestigt. Es folgt ein ca. 15 m langer Steg entlang der Felswand, ebenfalls mit Stützstreben an den Fels „geklebt“. Diese kurze Passage ist dann aber auch die letzte ihrer Art. Wir hatten auf unserer letzten Spanienreise in Katalonien auch Ziele von unserer Liste gestrichen, die mit solchen an den Felsen „geklebten“ Stegen gespickt waren. Und die spanischen Stützstreben sahen auf den Bildern nicht sehr vertrauenswürdig aus. Wenn dann etwas passiert läuft das auf das Prinzip „ Shit Happens“ hinaus. Hier aber sah alles sehr neu aus. Man muss ja auch nicht auf solche Brücken gehen während gleichzeitig sich noch eine Busladung von Besuchern darüber wälzt. Eines sollte einem aber klar sein, wer in die Klamm hineinfällt, den fischt man nur noch tot im Tal aus dem Wasser.

Wie die obige Klammbeschreibung schon sagt, dominieren Tunnel den Weg durch die Klamm. Manchmal dachte ich schon, nimmt der Tunnel denn gar kein Ende? Links an der Tunnelwand sieht man ein Metallrohr, in dem ein Stromkabel für die Beleuchtung enthalten ist. An einigen kritischen, engen Stellen war ich dankbar das Metallrohr als Festhaltehilfe benutzen zu können. Zur anderen Wegseite hin sind zwischen den Metallstützen nur drei Metallseile gespannt. Wenn man in Klammrichtung ausrutscht wird man sich vermutlich an dem untersten Seil schnell noch festhalten können. Aber in solch eine Ausglitschsituation möchte ich gar nicht erst kommen.

Hier hat man den Weg als Aushöhlung in den Fels reingesprengt. Hinten nur eine kleine Tunnelpassage.

Über die Brüstung beugen für eine tollere Perspektive mochte ich mich nicht, im Gegensatz zu anderen Besuchern.

Der Weg hat einiges an Höhe über dem reißenden Wasser. In der benachbarten Partnachklamm hatte man begonnen mit dem „Bau“ solcher in den Fels reingesprengter Pfade und Tunnel. Der Hintergrund war, dass man den Fluss zum Flößen von Holzstämmen benutzte. Immer wieder aber blieben Stämme zwischen Felsbrocken stecken. Dann mussten sich Personen abseilen um die Baumstämme freizubekommen. Dabei ist mancher Arbeitet auch zu Tode gekommen. Daher wurde beschlossen, die hier zu sehenden Pfade und Tunnel in den Fels zu sprengen. Der Mann, welcher die Arbeiten in der Partnachklamm koordinierte, hat dann auch hier in der Höllentalklamm das Bauprojekt voran getrieben.

Hier sieht man auch wie dicht die Metallstangen an den Abgrund heran positioniert sind. Einige Besucher hatten ihre kleinen Hunde mit dabei. Vielleicht kann man die ja leichter am Geschirr wieder hochziehen, sollten sie einen falschen Sprung machen. An solch einer Stelle sah ich auch wie ein Mann den Hund vom Arm runter auf den Felsboden setzte und dann erst mal mit der Leine rumtüdelte bis der Hund auch angeleint war. Mir wurde ganz anders dabei, das zu sehen. Eine Frau mit zwei Hunden, man hat ja schließlich auch zwei Hände, toppte das dann noch.

Wenn man dies Bild genauer anschaut, dann kann man dünne „Wasserschnüre“ erkennen, welche von den Felsen herabfallen, Solche Stellen häuften sich immer mehr je weiter man in die Klamm hinein ging. Zunächst habe ich versucht immer unter solchen Wasserströmen schnell hindurch zu springen. Das Auftreten solcher Tropfpassagen, obwohl ja die Sonne schien, wurde immer häufiger. Selbst in Tunneln wurde es recht feucht von oben. Schon viel zu durchfeuchtet habe ich dann meine Regenjacke aus dem Rucksack heraus geholt.



Das Ende der Klamm ist erreicht. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass der rechte und der linke Felsen durch einen 50 Meter tiefen Schnitt voneinander getrennt sind. Entstehen konnte dieser Einschnitt aus folgendem Grund. Die Alpen sind ja durch tektonische Erdplattenverschiebung hochgedrückt worden. Dabei hat es auch Erdplatten gegeben, welche eine dünne weichere Gesteinsschicht enthielten. Eine solche senkrecht hochgeschobene weiche Gesteinsschicht konnte im Laufe der Zeit dann vom Wasser einfacher herausgewaschen werden als der sonstige harte Fels.

So verläuft das Höllental weiter, nun ohne Tunnel und in die Felswände hineingesprengte Pfade.

Erstaunt war ich doch zu lesen, dass man, folgt man dem Talverlauf weiter, auf dem Weg zum Gipfel der Zugspitze gelangen kann. Auf obigem Bild durch eine 6 gekennzeichnet.

Der Wegverlauf vom Höllental bis zum Gipfel der Zugspitze.

Hier ein altes Foto von einer Zugspitzbesteigung aus dem Höllental heraus.
Heute wird der Weg sicherlich besser und sicherer ausgebaut sein.
Nach einer Mittagsrast ging es wieder zurück ins Tal.




Nach meiner Rückkehr zum Womo überlegten wir welcher Stellplatz für die nächste Nacht in Betracht kommt. Leider bot sich nur ein im Norden von Garmisch-Partenkirchen gelegener Stellplatz an. Nach unser gestrigen Erfahrung mit der Womo-Überfüllung an der Olympia-Sprungschanze war ich skeptisch ob wir am Nachmittag noch einen Übernachtungsplatz dort finden würden. Der Platz ist aber so riesig, dass doch noch freie Plätze verfügbar waren.

Auf dem Platz standen fast zehn mal so viele Womos wie hier nur zu sehen sind. Die Anlage macht einen sehr guten und sauberen Eindruck. Sogar duschen konnte ich heute. Für reine Wohnmobilplätze ist das eher ungewöhnlich.
