Der Bayerische Wald hat zwei Zentren mit Wanderwegen, auf denen man unterwegs heimische Tierarten anschauen kann.  Eins trägt den Namen Nationalparkzentrum Falkenstein und das andere heißt Nationalparkzentrum Lusen.  Nachdem wir ersteres gestern besucht hatten, wollten wir heute das Zentrum Lusen besuchen.  Lusen ist der Name eines Berges hier.  Zum Parkplatz des Zentrums Lusen waren es nur 2 km mit dem Womo.  Man zahlt keine Eintrittsgebühr für den Park.  Die 10 € Parkplatzgebühr ist so etwas wie ein Eintrittsersatz.

 

 

Es startete gerade eine Führung.  Ich habe mich kurz dazu gestellt, weil ich dachte auf diesem Weg könnte man viele Details über den Park und die Tiere erfahren.  Aber die Satzmelodie der Frau, welche die Führung leitete, war so stark bayerisch geprägt, dass ich Schwierigkeiten hatte zu folgen.  Also haben wir uns abseits von der Gruppe durch den Park bewegt.

 

 

Die Übersichtskarte des Parks.
Unsere Wanderstrecke.

 

Die oben zu sehende Wegekarte fand sich an jeder Wegekreuzung oder Abbiegung und zeigte auch die lokale Position der Tafel an.  An jeder Verzweigung standen Schilder auf denen die nächste dort zu erreichende Tierart nannte.  So konnte man sich sehr gut orientieren.

 

 

Anfangs gingen wir auf diesem rollstuhlgerechten Holzweg.  Die späteren Strecken waren breite Waldwege auf denen ab und zu auch ein PKW der Nationalparkbetreuung fuhr.   Zu Fuß kann man nicht die großen Mengen an Futter transportieren, welche einige Tierarten benötigen.

 

Andrea,  dieser riesige Auerhahn würde Deine doch schon großen Hühner um etliches überragen.

 

Dann setzte plötzlich ein heftiger Regenschauer ein.  Da bot sich diese Marder Beobachtungsstelle als Regenschutz an.

 

Hier warten wir einen Schauer ab.
Eine 1/4 Stunde und der Regen war vorbei.

 

 

 

Im Marder-Gehege konnten wir aber kein Tier entdecken.

 

Kurz bevor wir diesen Ort verließen stellte sich heraus, dass wir die ganze Zeit vor einer Glasplatte standen hinter der ein Marder schlummerte.  Die Reflektionen auf der Scheibe hatten uns das zunächst verborgen.  Erst wenn man in die Hocke geht kann man durch die Scheibe in den dunklen Schlafraum des Marders hineinschauen.  Die empfindliche Kamera hat das dunkle Innenleben des Marder-Schlafraums sichtbar gemacht.

 

Als Nächstes kamen wir zum Bärengehege.  Ich hatte kaum Hoffnung dort ein Tier zu Gesicht zu bekommen.  

 

Aber siehe da,   was ragt denn da für eine Nase unter der Tanne hervor.  Offensichtlich mögen Bären auch nicht starke Platzregen und er hat sich einen Regenschutz unter der Tanne gesucht.

 

 

Nachdem der Bär zur Überzeugung gekommen war, dass der Regenschauer vorbei ist, kam er hervor.

 

 

Daß man am Bären-Gehege den Leuten sagen muss, man sollte lieber nicht in das Gehege runtersteigen, ist schon kurios.  Aber man muss sich wohl rechtlich auch gegen Idioten absichern.

 

 

Ein Kauz.

 

 

Und sein Kauz-Kollege.

 

 

Die Biber waren scheinbar auch am schlafen.

 

 

Im Wildkatzen-Gehege huschte kurz eine Katze an uns vorbei.  Auf die Schnelle konnte ich keinen Unterschied zu den mir bekannten Hauskatzen erkennen.  Wir konnten hier aber vor dem nächsten Regenschauer Schutz finden.

 

 

Bei den Elchen waren wir erfolgreich.

 

Dann ging es zum Wolfs-Gehege.

 

Die obige Karte zeigt in welchen Regionen von Deutschland es größere Wolfspopulationen gibt.

 

 

Das Wolfs-Gehege.  Leider waren wir nicht erfolgreich einen Wolf zu entdecken.  Es gibt aber auch sehr viele Möglichkeiten sich hier zurückzuziehen.  Das Gelände ist wesentlich größer als das was hier auf dem Bild zu sehen ist.

 

 

Ein Uhu.

 

 

 

 

Auch die Bisons haben eine sehr große Weidefläche zur Verfügung.  Wir konnten leider keines der Tiere entdecken.  In einem früheren Leben standen wir an einem Zaun schon mal einem solchen riesigen Tier gegenüber,  welches aggressiv mit den Füßen scharrte und furchterregende Laute von sich gab.  In freier Wildbahn möchte ich solch einem Tier nicht begegnen.  Aber aus sicherer Entfernung hätte ich heute doch schon gerne ein Exemplar gesehen.

 

 

Auch im Luchsgehege konnten wir keine Tiere finden.  Bei einem früheren Besuch eines Parks konnten wir ein Tier im Geäst eines Laubbaumes sehen, welches dort ruhte.  Vielleicht sind die Tiere auch nachtaktiv.

 

 

Kurz vor unserer Rückkehr am Parkplatz hatten wir sonniges Wetter und viel blauen Himmel.  Nicht fünf Minuten später setzte ein heftiger Hagelschauer ein,  Der Hagel war so groß, dass wir es vorzogen in einer Vogelbeobachtungsstation noch mal Schutz zu suchen. 

 

Die Wanderstrecke heute war fast 12 km lang.  Der hiesige Park ist nicht auf Kinder ausgerichtet, sondern hat mehr erwachsene Personen im Fokus, was bei der langen Wegstrecke auch richtig ist.  12 km Wanderstrecke wären für kleinere Kinder schon mehr als eine Herausforderung.  Wir waren heute 4 1/2 Stunden unterwegs.  Will man Wolf, Lucks oder Bison sehen, dann muss man vermutlich längere Zeit, mit Klapphocker versehen,  zur rechten Tageszeit und geeignetem Wetter an den Gehegen verweilen.

 

Am Parkplatz zurück bin ich kurz noch einen dort befindlichen Turm hochgestiegen, welcher zu einem Baumwipfelpfad führt.

 

Kaum war die Sonne wieder da, stieg die Regen- und Hagelfeuchtigkeit als Dampf auf.  Im Hintergrund die Kasse für den Baumwipfelpfad.

 

 

Ich habe keine Ahnung ob das obige abfotografierte Bild den Pfad hier vor Ort zeigt, oder in einer anderen Region von Deutschland aufgenommen wurde.  Auf jeden Fall muss man sich das so ungefähr vorstellen.  Sicherlich eine tolle Fernsicht, aber ob man so etwas hier benötigt ist doch recht zweifelhaft.  Der Wipfel-Pfad soll 1300 m lang und bis zu 25 m hoch sein.  12 € als ermäßigte Gebühr für Rentner ist auch ein knackiger Preis.

 

Nach der Beendigung unserer Wanderung wollten wir am Parkplatz entscheiden ob wir weiterfahren oder am letzten Stellplatz noch einmal übernachten.  Dazu benötigten wir Information aus dem Internet.  Da der Parkplatz sich im Talgrund befindet, hatten wir jedoch keinen Internet-Empfang dort.  Also ging es zurück zum letzten Stellplatz, der oben auf einer Bergkuppe liegt, und sehr guten Internetempfang bot.  Das Endergebnis war dann die Entscheidung doch noch eine Nacht hier zu bleiben.