Nach dem Frühstück haben wir ausdiskutiert welches die nächsten Ziele sind, die angesteuert werden sollten.  Anschließend sind wir nach Magdeburg gefahren, um Lebensmittel zu kaufen.

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Alma ist wieder in der Mauser.  Ich habe während des Einkaufs deshalb den Fußboden per Bürste gesäubert.  Danach ging es zurück nach Pömmelte.  Der Ort wird auch als das Stonehedge von Deutschland bezeichnet.  Nur dass es sich nicht um Steine handelte, die hier aufgestellt waren, sondern um senkrecht in den Boden eingelassene Baumstämme.  Wir hatten eine Führung gebucht, welche um 14:00 Uhr begann.

 

 

Unsere Besuchergruppe.  Die hier gemachten Funde sind zwischen 4000 und 4500 Jahre alt.  Die hier lebenden Menschen haben nur ca. 500 bis 1000 Jahre an dieser Stelle gesiedelt.  Danach müssen die Bewohner diesen Ort wieder verlassen haben, denn es gibt keine Funde aus nachfolgender Zeitperiode.  Den Besiedlungszeitraum kann man als Steinzeit bezeichnen, da Bronzegegenstände nicht zu finden waren.  

 

 

Im Hintergrund ist das Besucherzentrum zu sehen und der Parkplatz auf dem wir die Nacht über standen.  An der hellen Fläche hat früher ein Haus gestanden.

 



Man ist auf diese archäologische Fundstelle nur durch Luftaufnahmen aufmerksam geworden.  Auf denen zeigte sich ein Kreis auf dem andere Pflanzen wuchsen.  Die Bauern hatten über das Pflügen den Erdboden komplett eingeebnet.  Ihnen war dieses riesige Kreismuster nicht aufgefallen.  Der abweichende Pflanzenwuchs auf der Kreislinie resultierte aus dem Aushub eines Grabens den die Menschen damals anlegten.  Auf dem Boden wuchsen bestimmte Pflanzen nicht so gut.

Die Archäologen haben dann einen halben bis einen ganzen Meter an Erdreich abgetragen und konnten zweifelsfrei über die Bodenverfärbungen die Stellen lokalisieren an denen Pfähle gestanden hatten.

Außerhalb dieser Rundanlage hat man ebenfalls anhand der Bodenverfärbung zahlreiche Hausgrundrisse lokalisieren können.  Nach diesen Funden dürften 500 bis 1000 Menschen zeitgleich den Ort bewohnt haben, und das über mehrere hundert Jahre.  Man vermutet, dass der Kreisbereich als Versammlungsort für die hier lebenden Menschen gedient hat.  Auffällig ist, dass der äußere Ring freie Durchsicht gewährte, während der danach innen folgende Ring keine Durchsicht mehr zuließ.  Es könnte auch sein, dass die kleinen Lücken zwischen den Stämmen noch mit Lehm verputzt wurden.

Es ist nicht klar welche Funktion die Stämme hatten, welche innerhalb des zweiten, dichten Kreises in den Boden gesetzt wurden.

 

Der Kreis hatte zwei Eingänge.  Dieses ist der Sonnenaufgangs-Eingang.  Man glaubt wenn die Bewohner durch diese Torgruppe zu einer bestimmten Jahreszeit die Sonne aufgehen sahen, war es Zeit mit bestimmten landwirtschaftlichen Arbeiten zu beginnen.

 

 

Die beiden inneren Kreise.


 

Der Blick rüber zum Eingang auf der anderen Seite.

 

 

 

 

Nachdem man durch die zuvor schon erwähnten Luftaufnahmen den Kreis entdeckte und danach durch die Bodenverfärbungen die Existenz der Holzstämme belegen konnte, fing man an großflächig innerhalb und außerhalb der Kreisanlage den Boden zu untersuchen.  Dabei machte man zahlreiche Funde.  Das reichte von Tongefäßen bis hin zu Knochenfunden.  Über die Form der Tonkrüge konnte man die gefundenen Objekte verschiedenen Kulturkreisen zuordnen.  Bei den Knochenfunden konnte sogar das Geschlecht erkannt werden, da Männer und Frauen in verschiedenen Himmelsrichtungen ins Grab gelegt wurden.

 

 

Dieses ist der Sonnenuntergangs-Eingang  (oder Ausgang?).,  Die quer aufgelegten Stämme können durch die Bodenfunde nicht belegt werden.  Auch die angebrachten Verzierungen und Bemalungen entstammen mehr der Fantasie.  Sicher ist aber, dass man zu damaliger Zeit auch schon künstlerisch eine hohe Fertigkeit besaß.  Insofern sind die Schnitzereien nicht ganz absurd.

Die Führung hat auf interessante Weise sehr viele verschiedene archäologische Aspekte beleuchtet.  Es ist doch etwas anderes all diese Details zu hören als nur alleine durch die Anlage zu gehen, wie wir es gestern schon gemacht hatten.

In dieser Gegend gibt es zahlreiche weitere archäologische Highlights.  Wir möchten morgen gerne im Museum in Halle die „Himmelsscheibe von Nebra“ anschauen.  Es nicht klar, ob wir dort das Original oder eine Kopie der Scheibe zu sehen bekommen.  Die Scheibe wandert ja durch die ganze Welt von Museum zu Museum.  Wir haben nach Beendigung der Führung in Pömmelte einen Stellplatz in der Nähe des Museums in Halle angesteuert.  Mit Glück erwischten wir den letzten freien Womo-Stellplatz.   6 € kostet das 24 Stundenticket hier.

 

 

Der blaue Punkt im Bild repräsentiert Halle.

 

 

Am roten Punkt befindet sich das Museum und
am blauen Punkt ist unser Womo-Stellplatz.

 

 

Wir sind nach unserer Ankunft gleich zu einem Spaziergang an der Saale aufgebrochen.  Wir wurden durch dieses Kirmes ähnliche Gewusel überrascht.  Eine Suche im Internet klärte uns auf.  Heute fand hier das „Hallische Hansefest“ statt.

 

 

Wir waren positiv überrascht wie schön die Saale und ihr Ufer hier ist.  Nur einige volltrunkene Männer, die mit einem Planschbecken ähnlichen Boot laut gröhlend die Saale befuhren, störten die schöne Atmosphäre.

 

 

Felsen flankieren den Uferverlauf der Saale.